Liebe Frauen

Dezernentin für Bildung und Frauenwussten Sie, dass Frankfurterinnen monatlich 373 Euro weniger Altersrente bekommen als Frankfurter? „Armut ist eine Frau“ heißt deshalb unsere Kampagne. Wir wollen damit deutlich machen, dass Frauen in besonderer Weise von Armut und massiv von Altersarmut betroffen sind. Auch hier, in unserer vergleichsweise reichen Stadt. Und diese Ungleichheit beim Einkommen setzt schon im jungen Alter an: Mädchen bekommen 13.45 Euro weniger Taschengeld im Monat als Jungen. An dieser Statistik sehen wir: Die Ungerechtigkeit steckt nicht nur im Portemonnaie, sie steckt auch in unseren Köpfen.

Wir wollen mit unserer Kampagne dazu beitragen, dass sich das ändert. Altersarmut ist vor allem ein frauen-, insbesondere ein mütterspezifisches Thema, dem wir jetzt begegnen müssen. Wer Teilzeit arbeitet oder im Minijob „zuverdient“, hat am Equal Pay Day noch sehr viel weniger in der Tasche als ‚nur‘ ein Minus von 22 Prozent. Wir brauchen Rahmenbedingungen, die es Mädchen und Frauen ermöglichen, ihre Lebens-

entwürfe zu realisieren und zudem eine langfristige Existenzsicherung zu gewährleisten – ungeachtet ob verheiratet, unverheiratet, verpartnert, geschieden, alleinerziehend, gepatchworkt oder alleinstehend! Wir arbeiten daran, dass Beruf und Kinder für alle Eltern gut zu vereinbaren und Kinder kein Armutsrisiko sind.Der Ausbau der Kinderbetreuung ist die Basis für eine existenzsichernde Erwerbstätigkeit von Eltern, leider immer noch insbesondere von Frauen. Auch aus diesem Grund bauen wir die Kinderbetreuung in Frankfurt kontinuierlich aus – in allen Altersgruppen.

Wir wissen, eine gute Kinderbetreuung ist wichtig, es braucht aber mehr: Paritätische Elternschaft und Haushaltsführung, eine auf den Wandel der Gesellschaft eingestellte Firmen- und Arbeitsmarktpolitik, Karrieremöglichkeiten in Teilzeit, Kinderbetreuungszeiten, die zu den Arbeitszeiten passen und Equal Pay. Und auch daran arbeiten wir!

Ihre
Sarah Sorge
Dezernentin für Bildung und Frauen